Reflexion THIS IS NOT A BURKA! Just clothes.

von Lena Wicke-Aengenheyster, Wien 07/2010


1 ½ Monate habe ich Khimar und Niqab im öffentlichen Raum in Hamburg, Berlin, Linz und Wien getragen. Ich bin nicht muslimisch gläubig, ich bin protestantisch erzogen. Als ich 1997 für 3 Monate in Rambouillet zur Schule gegangen bin, fragte man uns, was wir werden wollten, wie wir werden wollten. Wir durften Vorbilder nennen. Ich nannte Kurt Tucholsky.

Und, wie sind so die Reaktionen?

Viel Ablehnung. Viel Ablehnung, die man von allen Seiten her entgegen gebracht bekommt. Durch Blicke, die einem klar den Widerwillen, die Abneigung, Mißbilligung mitteilen, signalisieren. Gemurmel hinter dem Rücken, das Tragen dieses Gewands sei doch verboten - Vermummungsverbot. In Berlin hat ein Familienvater, der mich zuvor auf dem Spielplatz beobachtet hatte, quer über die Straße gerufen „Erschießt den schwarzen Mann!“. Ein junge, der klingelnder Weise auf dem Fahrrad hinter mir her fährt. In jedem Moment bekommt man eine Reaktion. Einige Wenige, die mich auf dem Fahrrad sehen und sich amüsieren. In Linz saßen junge Frauen in hellen Farben verschleiert an einer Bushaltestelle und unterhielten sich fröhlich, alberten herum. Als sie mich auf der anderen Straßenseite kommen sahen, streckte eine von ihnen den Daumen nach oben und drückte ihr rechtes Auge zu, yeah. That's it, mach weiter so, super. In der U-Bahn zwinkern mir junge Frauen mit Kopftuch und Kinderwagen zu. Zeichen der gegenseitigen Unterstützung, der Komplizenschaft. Ja genau, alle finden es scheiße, was wir tun und wir machen es trotzdem oder eben doch. Ältere Frauen mit Kopftuch und weitem Rock schauen mürrisch, forschend, stören sich aber weiter nicht. Nadine Jessen sagte zu mir, man sieht, dass unter dem Gewand eine völlig andere Kultur steckt. Ja, darum geht es. Ich verhalte mich exakt so, wie sonst auch. Ich gehe mit großen Schritten, ich verschränke die Arme, ich schaue den Menschen in die Augen, erwidere ihren Blick. Zum Teil amüsiert mich ihre Ablehnung, manchmal ist sie mir einfach egal, manchmal nervt sie mich an. Eine Reaktion gibt es immer. Niemanden lasse ich, lässt meine Kleidung egal.

Über einen Zeitraum von ca. 2 Wochen wurde ich von einem jungen Bauarbeiter, der vor unserem Büro Straßenarbeiten verrichtete, umworben. Ein zartes, respektvolles Werben. Seine Augen leuchteten, wenn er mich sah, sein Blick schlug er nieder zum Gruß. Zum Teil wurde sein Gruß zur angedeuteten Verbeugung. Wiederholt begegnete ich einem alten Mann mit einem Käppi wie aus Uzbekistan. Er schaute traurig. Er konnte meine Kleidung nicht für gut heißen. Solch einen Blick warf mir ein weiterer Mann um die 40 zu, auf dem Gehsteig in der nähe des Kulturvereins in meiner Straße.

Distanz gebrochen

Bei den vielen Abendveranstaltungen, Theaterabende, Vernissagen, Modeevents besteht die Distanz, die Mauer des Nicht-kommunizierens nicht, ist sie gebrochen. Und die Menschen, die mich als Künstlerin begreifen, sehen, vermuten, erfahren, dass ich dieses Gewand nicht aus Glaubensgründen noch aus persönlicher Überzeugung oder Verbundenheit mit dem Islam trage, möchten darüber reden. Sprechen, reden, diskutieren, nachdenken. Die Menschen sind in diesem Moment hungrig danach sich über dieses kontroverse Thema auszutauschen, Gedanken auszutauschen, Argumente, Meinungen, Ansichten, Argumente, ihrem Unbehagen auf den Grund zu gehen, ihre eigenen Wertigkeiten mit ihrem spontanen Gefühl der Ablehnung zu vereinbaren, die unreflektierte Reaktion zu reflektieren. Diese Momente sind Ansporn, das Projekt weiter zu führen. Diese Form der Reflexion und Auseinandersetzung ist soviel ernsthafter, interessanter, ist ein permanentes Abwägen für oder wider das Gewand oder das Verbot desselben, als die rechtspopulistische Angstmacherei, mit denen das BZÖ und die Blauen nach ihren Wählerstimmen angeln, fischen, und sie traurigerweise auch noch in nicht unbedeutendem Ausmaß letztlich fangen/einsammeln. Deswegen ist das Projekt nicht beendet, weil die Auseinandersetzung weiterer Reflexion bedarf.

Religion am Körper → Tradition am Körper → Kultur am Körper → Politik am Körper

Religion wurde zu Politik am Körper.

Dieses Projekt ist kein Statement für das Tragen der Burka. Ich habe sie zwei Monate getragen und werde sie erneut einen Monat tragen. Ich bin froh über diese Pause. Der luftige Schnitt bietet viel Komfort, er ist luftdurchlässig und schützt doch vor Kälte und Wärme. Jedoch, einmal ist mein Gewand aus Viskose hergestellt, ein wahrlich unangenehmes Material, zum zweiten ist es die Farbe. Das Schwarz, das alle Farbe, alles Licht drumherum absorbiert, das meine Energie, meine Lust am Tag in überdurchnittlichem Maße frisst und natürlich die permanente Aufmerksamkeit, die einem entgegen gebracht wird. Man steht unter permanenter Beobachtung und man kann die Reaktionen und Mitteilungen nicht ignorieren. Und wenn man sie ignoriert, dann ist es ein bewusstes Ignorieren, ein lustloses Wegschauen. Ich möchte jetzt nicht, ich möchte jetzt nicht kommunizieren. Ich möchte auf Deine Ablehnung jetzt nicht reagieren, ihr nichts entgegen stellen, sie nicht in mich aufnehmen, ich möchte einfach mal kurz in Ruhe gelassen werden. Schau bitte doch einfach mal weg. Meinst Du, es interessiert mich, dass Du das doof findest, dass ich diese Kleidung jetzt hier trage? Nein! Es ist meine Entscheidung! Bitte lass mir doch die Freiheit tragen zu dürfen, was ich möchte.

Symbol der Unterdrückung

Wenn Du meinst, Du weißt es besser und versuchst, dem Anderen Deine Ansicht/Lebensweise, Deine Wertigkeiten aufzudrücken und wenn er/sie nicht annimmt, Du meinst, sie gesetzlich festschreiben zu müssen und damit quasi den anderen zwingst, sich diesen Deinen Wertigkeiten/Anschauungen von Welt zu beugen, Folge zu leisten, kommt es unvermeidlich zu Verhärtungen. „Du bekommst es einfach nicht aus deren Köpfen herausgetrieben.“, sagte mir eine intelligente Frau, welche versuchte, die Andersartigkeit der Anschauungen muslimisch gläubiger Mitmenschen in Österreich in Worte zu fassen. Wenn Du aber wirklich etwas verändern möchtest, ihre Weltanschauung nachhaltig verändern möchtest, dann musst Du ganz andere Strategien auffahren. Mit krassen Worten gesagt, Du musst das System quasi unterwandern, von innen heraus verändern, infiltrieren und von innen heraus verändern. Es braucht andere Vorbilder, welche aber an der ursprünglichen Weltanschauung anknüpfen. Veränderung braucht Zeit, Veränderung in Köpfen braucht Zeit. Jede Veränderung ist immer auch Provokation. Es wird immer welche geben, die sich durch das Neue, die Veränderung provoziert fühlen – vielleicht sogar bis an ihr Lebensende, auch wenn sie sich nach ein paar Jahren visuell daran gewöhnt haben, sie werden es nicht gleich tun und sie werden im Gespräch ihren Ärger darüber kund tun, immer und immer wieder.

Der springende Punkt des unsererseits als solchem empfundenen Symbol der Unterdrückung ist, dass es in anderen Augen nicht als solches wahr genommen wird, auch von denjenigen nicht, die sich tagtäglich darin kleiden.

Und das sind an sich die schönsten Momente dieses Projektes für mich, wenn ich merke, dass ich Benehmensregeln oder -erwartungen verschiedener Seiten breche. Beispielsweise bin ich mit dem Auto angefahren gekommen und an der Kreuzung nicht weit von meinem anvisierten Parkplatz bemerkte ich zwei junge Männer, ca. 14 Jahre alt, welche ihrem Äußeren nach mit großer Wahrscheinlichkeit dem in meiner Straße befindlichen muslimischen Kulturverein angehörten. Sie sahen mich etwas ungläubig an. Ich fühlte mich durch ihr Interesse angestachelt, brachte das Auto in Stellung, so dass ich bequem rückwärts einparken konnte und gab Vollgas. Als ich als einzige Person aus dem Auto stieg und die Fahrertür verschloss, bot sich mir das Bild zweier bis zum Boden hängender Kinnladen und der Gesichtsausdruck totaler Verdutztheit.

So z.B. fahre ich grundsätzlich mit dem Rad. Beim Aufsteigen ziehe ich den Rock nach oben, beim Radfahren sieht man mein Bein. An manchen Tagen trage ich darunter Jeans, an heißen Tagen kurze Hosen oder Röcke.

Integration

Ein Österreicher (ca. 34 Jahre) und ein Deutscher (60 Jahre), zwei Männer, jung und alt, von denen ich gewohnt bin, dass sie aus einem weltoffenen Interessens-, Wissens- und Erfahrungshorizont heraus einen Schritt weiter denken als andere, stellten die Frage nach Integration, Integrationsbereitschaft, Respekt gegenüber dem Gastgeber. Sie beschrieben ihre Urlaubserfahrungen in muslimisch gläubigen Ländern, ihre jeweilige Bereitschaft im Respekt gegenüber der dortigen Kultur, sich stärker bedeckt gekleidet zu haben als sie es in ihren Heimatländern getan hätten. Und in den Gesprächen vertraten sie mehr oder minder die Meinung, diese Form des Respektes, die Integration im Sinne der Angleichung/Übernahme von Gewohnheiten von der ursprünglich imigrierten muslimisch gläubigen Bevölkerung in ihren Heimatländern einfordern zu dürfen oder gar zu müssen.

Für mich stellt sich diesbezüglich die Frage, inwiefern dieser Teil der Bevölkerung das nicht eh schon tut. Während die beiden Männer im Urlaub anstatt ihrer kurzen ihre lange Hose anzogen, so unterschieden sie sich nach wie vor nicht unerheblich in Kleidung und Auftreten von den Gastgebern. Frage, was bedeutet Integration in diesem Fall? Die totale Angleichung? Und was heisst 'total'?

Westliche Burka

In der Reflexion um die Zwänge der Kleidung in der jeweiligen Kultur hat sich mir die Frage aufgedrängt, welches ist denn die westliche Burka? Möchten wir, dass künftig alle Frauen nach Möglichkeit nur noch in Bikini und Shorts herum laufen? Welche Zwänge der Massenkultur Kleidung oder Mode tun sich in österreichischen und deutschen Gefilden auf? Als ich dann am Flughafen die körpergroße Pappfigur einer AUA-Servicekraft sah, kam die Antwort: Die westliche Burka ist das Hostessenkostüm, die ganze Aufmachung der Hostesse. Die totale Reduzierung der Frau auf ihre sexuellen Reize und in dem die Bereitschaft zur Unterwerfung, zum Objekt. Rotes Kostüm, roter Lippenstift, roter Nagellack, unter der Kostümjacke zu vermuten ansehnliche Brüste, kurzer roter Rock, lange Beine in hautfarbenen Strumpfhosen, schwarze Pumps, offenes langes Haar und ein freundliches Lächeln der Bereitschaft ohne Widerwillen zu dienen. Und das bei der AUA. Die Erinnerung an einen dreiwöchigen Hostessenjob auf der Internationalen Automobilmesse in Frankfurt während meines Studiums, von dessen Verdienst ich mir meinen ersten Computer gekauft habe, bestärken mich in dem Gedanken. Wir waren dazu verpflichtet, permanent zu lächeln, die Farbe des Nagellacks und des Lippenstiftes war vorgegeben, die Haare mussten offen getragen werden. Jeden Morgen wurden die Nägel aller Mitarbeiterinnen kontrolliert. Sobald auf dem Stand, in der Halle gesichtet wurde, dass der Lippenstift verschmiert oder abgelutscht war, oder das Lächeln nicht mehr richtig saß, kam die Chefhostess und erinnerte mit einem „Schätzchen...“ und der Geste ihrer rot lackierten Finger an ihrem rot geschminkten Mund an die Pflichten. In den letzten drei Tagen wollten Kolleginnen und ich die Bürde der offen zu tragenden Haare nicht mehr ertragen. Wir hatten es satt, permanent Autositze hoch und runter klappen zu müssen und die vom Spray klebrigen Haare im Gesicht hängen zu haben. Exakt 3 Minuten hatten wir die Haare hoch gesteckt und wir wurden in den Hinterraum beordert. Mit der Drohung das Gehalt für die bereits erledigte Arbeit nicht ausgezahlt zu bekommen, trimmte man uns erneut auf das offen zu tragende Haar.

Einsatzmoment

Die politische Diskussion um ein Verbot der Burka in Belgien, Frankreich und Deutschland hatte meine Aufmerksamkeit bereits auf sich gezogen. Dann las ich im Standard von der Diskussion nun jetzt auch hier in Österreich im Frühjahr 2010 losgetreten von Gabriele Heinisch-Hosek, der Bundesministerin für Frauen und öffentlichen Dienst der SPÖ in Österreich. Sämtliche Parteien bezogen Stellung. Die Diskussion beinhaltete Argumente wie das der Verkehrsbehinderung und der Unmöglichkeit der Kommunikation. Die Rechte der Frauen wurden nur indirekt als Argument für einen Gesetzesentwurf verwendet, jedoch im Volksmund und in der Presseaussendung des BZÖ zum Thema vehement verteidigt. Das Argument der Verkehrsbehinderung und des Vermummungsverbotes, welches Gesetzesgrundlage für das Verbot in Belgien war - damit hatte ich mich bereits auseinander gesetzt und ein Interview eines Menschenrechtlers in Belgien gelesen, der über die Absurdität dieser Argumentation sprach. Im Falle des Vermummungsverbotes müsse man ebenfalls die Motorradkluft und den -helm, die überdimensionale oder verspiegelte Sonnenbrille als auch den Skianzug mit Skibrille verbieten. Dies erschien mir schlüssig.

Zum Schutze der Frauen

– was für einen Schutz? Vor dummer Anmache oder vor Repressalien? Mir kamen sofort die Repressionen in den Sinn, welche durch die Modeindustrie und Massenkultur sowie den permanenten Willen zur Gleichschaltung greifen. Erinnerte mich an Momente als ich 14 Jahre alt war und ich gering geschätzt oder sogar gehänselt wurde, weil ich keine Levis 501 trug. Ich dachte über junge Mädchen nach, welche in dem unbedingten Willen à la mode zu sein, ihre Körper in enge Hosen und bauchfreie Oberteile quetschten, welche den Phantasma der in den Medien propagierten Schönheitsidealen verfallen waren und nun mehr oder minder freiwillig durch das Herauskehren ihrer sexuellen Reize ihre Wirkung auf Objekthaftigkeit reduzieren. Mir kamen Schlankheitskuren und Magersucht in den Sinn. Welche Repressalien? Die der Familienväter, ebenfalls eine Unbekannte, ein zu allgemeiner, unfassbarer Feind. Die Frauen, die zu der Kleidung der Burka oder des Niqab und Khimars gezwungen wurden, würde ihnen ein gesetzliches Verbot dieser Kleidung helfen? Und wozu verhelfen? Die Familien- und Gemeindeväter, welche solch eine Macht und Willen zur Bevormundung ihrer Frauen und Töchter besaßen, würde sie ihnen auf diesem Wege genommen? Nein, wahrscheinlich würden sie ihre Macht so ausspielen, dass Frau und Tochter das Haus nicht mehr verlassen dürfen. Und selbst wenn das nicht der Fall wäre, wozu würde man ihnen verhelfen? Mit dem Verbot das eine Kleidungsstück zu tragen, entsteht das Gebot, das andere Kleidungsstück zu tragen, oder vielleicht gleich am besten einfach nackt zu gehen. Nein, dieses Extrem wollen wir ja dann doch wieder lieber nicht. Und was ist mit den Frauen, die aus eigener Überzeugung heraus dieses Gewand, die Burka, Niqab oder Khmiar tragen? Ihr Recht, ihre Kleidung frei wählen zu dürfen würde dadurch beschnitten. Das eine Gewand, das sie tragen möchten, in dem sie sich sicher und gut gekleidet fühlen, wäre ihnen verboten.

Also, wenn man die Frauen schützen möchte vor solchen Repressalien, dann musste man andere Strategien erdenken und verfolgen, diesen Repressalien entgegen zu treten, ihnen zu begegnen, sie aufzuweichen, sie langfristig vergehen lassen, zum Verfall zu bringen. Wenn einer den anderen schlägt, ist dem Geschlagenen nicht geholfen, wenn man ihn oder sie dafür bestraft, sich schlagen zu lassen. Man muss den Schläger bestrafen, aber wie?

Es braucht also eine andere, völlig andere Strategie. Die Veränderung musste und muss von innen heraus passieren.

Crash von Welten – schöne Absurditäten

Auf der Suche nach einem Khimar und Niqab oder eben einer Burka bin ich in Wien nicht fündig geworden. Das gab es einfach nirgends zu kaufen. Ich gab eine Bestellung im Internet auf, das Kleidungsstück wäre aus Köln zugeschickt worden. Die Bestellung ging verloren. Ein – zwei Wochen später hatten wir mit Super Nase & Co ein Gastspiel in Hamburg. Wir waren in der Nähe des Bahnhofs untergebracht und ich schätzte mich glücklich, in der Straße vom Hotel zum Bahnhof befand sich ein Laden neben dem anderen, alle Arten von Verschleierung waren im Angebot, außer einer Burka. Als ich hinein ging, trug ich Jeans, einen neongelben Kapuzenpulli, mein Haar fiel unfrisiert und etwas knotig auf meine Schultern, meine Jeans hatte einen großen Riß am Hintern. Ich wurde zuvorkommendst bedient. Ein junger Mann erklärte mir mit viel Geduld die verschiedenen Schnitte, Materialien, das Zubehör und wie man das alles anlegt. Erst als die Bezahlung bereits lief und wir beide warteten, dass der Banktransfer abgeschlossen wird, sprach er vorsichtig, ob er fragen dürfe, wie ich dazu komme, diese Kleidung zu tragen, ich hatte sie bereits angelegt, es würde nicht alle Tage vorkommen, dass jemand zur Tür herein kommt und gleich ad hoc ein ganzes Set kauft. Ich erklärte ihm das Projekt und er gab mir die Karte des Geschäfts, sie würden auch verschicken.

Ich gehe in der frisch gekauften Burka zum Hotel und vom Hotel zu „This is not Marina Abramovic? 3“ auf Kampnagel, eine Performance im Rahmen von „This is not Live-art“?, bei der ich mit ca.10 Zuschauern auf engstem Raum mir in einem Performancekäfig die Muschi rasierte. Art must be beautiful, artist must be beautiful.

Ich sitze im Zug auf dem Weg nach Berlin und bereite am Laptop das Treffen mit Agnes vor. Dabei beschäftige ich mich mit Lady Gaga, dem Monstersong, Cathérine Breillat, Candida Royale, Peaches etc.. Die ältere Dame nicht weit von mir beobachtet mich missbilligend. Der Fahrkartenkontrolleur ist fast übertrieben zuvorkommend, später wird mir Kaffee angeboten. Wir sitzen im ICE, der Café wird an den Platz gebracht.