Economy and sustainability in multidimensional context

a lecture by Lena Wicke-Aengenheyster in the framework of and for the finalLAB, organized by nomad.theatre, june 30th, 2011 in LABfactory Vienna

AC/DC - Alle anderen sollen das wissen und ich zeig's ihnen Mal für Mal immer wieder.
Ich bin geil. Ich bin geil. Ich bin geil. Ich bin geil.
Ich bin geil. Ich bin geil. Ich bin geil. Ich bin geil.
Ich bin geil. Ich bin geil. Ich bin geil. Ich bin geil.
Ich bin geil. Ich bin geil. Ich bin geil. Ich bin geil.
Ich bin geil geil geil geil geil geil geil geil
geil geil geil geil geil geil geil geil
                                    Back in black
                                    I hit the sack
                                    I've been too long, I'am glad to be back
                                    Yes, I'm let loose
                                    From the noose
                                    That's kept me hanging about
                                    I've been looking at the sky
                                    'Cause it's getting' me high
                                    Forget the hearse, cause I never die
                                    I've got nine lives
                                    Cat's eyes
                                    Abusin every one of them and running wild

                                    Cause I'm back
                                    Yes I'm back
                                    Well, I'm back
                                    Yes, I'm back
                                    Well, I'm back, back
                                    (Well) I'm back in black
                                    Yes I'm back in black.

and watch me explode. Egal was passiert.

Unverdrossen, unverdrossene Unverdrossenheit. Egal, was passiert.

Irland, Spanien, Portugal, Slowenien. Griechenland geht pleite. Was passiert? Keiner kann das mehr so richtig absehen. Kommt der wirtschaftliche Zusammenbruch? Was wird mit dem € ? Und wo wird zuerst gespart werden?
In Holland und Slowenien können wir das gerade mitverfolgen. Und soweit ist Österreich von solchen Kürzungen der Kulturbudgets nicht entfernt: Anfang des Jahres hat die Steiermark gerade erst ihr Kulturbudget um knallige 25% gekürzt.

Und selbst ' unabhängig davon... was feiern wir heute?

Nachhaltigkeit – das neue Zauberwort. Alle möglichen Unternehmen und Unternehmungen bewerben sich als nachhaltig. Aber, was heisst nachhaltig? Und für wen?

Monsanto und der WWF bezeichnen ihr gemeinsames Projekt, bei dem 9 Millionen Hektar Urwald und der Lebensraum eines der letzten frei lebenden Indianerstämme der Welt zwecks für sie profitablem Ölpalmanbau abgeholzt werden sollen als nachhaltig. (Tiger scheinen dort nicht zu leben.)

departure fördert Unternehmungen, die wirtschaftlich nachhaltig sind. Damit ist jedoch primär die wirtschaftliche Nachhaltigkeit der Unternehmung selbst gemeint. „Im Zentrum stehe die Musik.“ Die Musik selbst aber wird nicht gefördert, sondern Unternehmungen, welche mit Musik von Musikern ihr Geld verdienen. Sollten die Musiker deswegen nicht auf die Barrikaden gehen?

Wo liegt die Nachhaltigkeit der darstellenden Kunst? Die Gesellschaft profitiert mehr oder weniger nachhaltig von der Arbeit der Künstler. Die Eintrittpreise sind gering, und die Künstler hängen am Tropf, am Tropf der öffentlichen Gelder. Und wenn die öffentlichen Gelder nicht fließen, dann arbeiten sie unverdrossen weiter. Beschweren sich hier und da, jammern ein wenig untereinander und bringen sich ihr Bier zur nächsten Veranstaltung aus dem Supermarkt mit, aber... Sie akzeptieren letztlich die viel zu niedrigen Honorare und geringstbudgetierten „Einladungen“ zu themenspezifischen Veranstalterproduktionen, weil es immer noch besser ist, als arbeitslos zu sein und weil... Aber ist das nachhaltig? Mit vollem Elan und Motivation sich selbst und m besten noch gegenseitig ausbeuten immer und immer wieder, egal was passiert und letztlich der nächsten Generation erzählen, dass man es selbst auch nicht besser hatte... Ist es das?

Wir feiern heute die Schließung der LABfactory, weil es dafür kein Budget mehr gibt und weil das Herzblut und der Schweiß der sie betreibenden Künstler die Unkosten letztlich nicht tragen können. Das wird nicht. die letzte. Schließung. sein, die wir „feiern“.

Ich denke, der Moment ist gekommen, dass wir nicht nur in eingegrenzten Netzwerktreffen über Mindesthonorare sprechen, sondern wir sollten uns überlegen, für wann im nächsten Jahr wir den Generalstreik (nach französischem Vorbild) ansetzen und wie wir ihn organisieren werden.

Ich freue mich darauf, diese Gedanken, Fragen, Pläne in den anschließenden Gesprächen gemeinsam weiter zu verfolgen.